Kann man tatsächlich von heute auf morgen allergisch werden?

Alles begann mit einem Umzug: Die Studentin zog vom Land in die Großstadt. Von da an änderte sich ihre Essgewohnheit drastisch und nicht zu ihrem Vorteil.

Als sie eines Tages an einem Glas ihres heißgeliebten indischen Kaltgetränks nippte, fing es im Hals plötzlich an zu kribbeln. Sie geriet in Luftnot und es folgte eine schnelle Einlieferung ins Krankenhaus. Dort stellten die Mediziner fest, das sie nicht gegen dieses eine Lebensmittel, sondern so ziemlich gegen alles allergisch reagiere! Tierhaare, Hausstaubmilben, Pollen, Gräser, Kosmetika und so gut wie alle pflanzlichen Lebensmittel gerieten ins Visier.

Wie kann das sein? Wie konnte es dazu kommen? Hat der Wechsel der räumlichen Umgebung vermutlich etwas damit zu tun? Die meisten allergischen Reaktionen entwickeln sich eher langsam und unbemerkt.

Eine Studie vom Kinderhospital Salzburg unter der Leitung von Riedler unterstrich, dass Dorfkinder weniger allergieanfällig sind als Kinder in der Stadt. Auf dem Bauernhof bleiben die Kleinen größtenteils verschont. Sie entwickeln vermutlich eine Immuntoleranz, durch den regelmäßigen Kontakt mit bestimmten Alergen.

Bei der Studentin vermuten die Mediziner schließlich ein so genanntes Lipid-Transfer-Protein (LTP)-Nahrungsmittel-Syndrom. Dabei handelt es sich um ein weit verbreitetes Allergen, welches in den Pflanzen enthalten ist und zur Abwehr vor Schädlingen oder Eregern diene. Betroffene reagieren deshalb sensibel beim Verzehr solcher pflanzlichen Lebensmittel mit dem LTP. Dazu gehört so ziemlich jede Obst- und Gemüsessorte, Nüsse und Hülsenfrüchte. 

Immer wieder kommt es vor, das Menschen plötzlich emfindlich auf die Tomaten in ihrem Salat reagieren oder auf ein Parfüm, das sie schon seit Jahren benutzen. Dann fängt der Hals an zu jucken, der Atem wird schwer oder einem wird plötzlich schwindelig. Immer mehr Menschen berichten über eine plötzlich auftretende Allergie. Fast jeder Dritte wird im Laufe des Lebens allergisch. Derartige Überreaktion des Körpers kann aber wieder vergehen. Schließlich kennst man die Ursache nicht: Führt etwa die übertriebene Hygiene zu einer allergischen Reaktion? Haben die Gene etwas damit zu tun oder liegt es am Stress, der vermutlich unserem Immunsystem schadet?

Heute verträgt die Studentin gerade mal eine Handvoll Lebenmittel: dazu zählen Pasta, Eier, gekochte Zwetschgen, Kaffee und Weissdorntee.

 

 

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