Mehr Allergien durch verbesserte Diagnostik?

Die vermeintliche Zunahme an Allergien und Unverträglichkeiten lässt sich laut aktueller Studien der TU München mit dem so genannten "Hype-Syndrom" erklären. So bezeichnet man den gegenwärtigen Trend, der den Anschein erweckt, dass immer mehr Menschen immer weniger vertragen: Sei es die Milch im Kaffee, der Roggen im Vollkornbrötchen oder die Fructose im Sportriegel.

Laut Marktforschungsinstitut Ears & Eyes - die vom Spiegel Magazin in Auftrag gegeben wurde, gab jeder Vierte an, an einer Unverträglichkeit zu leiden:

  • 16% der Befragten verzichten beispielsweise auf Milch und Milchprodukte, da sie vermutlich an einer Laktoseintoleranz leiden
  • 11% meiden Rotwein und Käse, aber auch Fisch unf Fleischprodukte, aufgrund des darin enthaltenen Histamins
  • 10% der Teilnehmer essen kein Obst mehr, weil sie angeben, allergisch gegen Fructose zu sein und
  • 9% streichen sämtliche Weizenprodukte von ihrem Spreiseplan, weil sie an einer Glutenunverträglichkeit zu leiden scheinen

Aktuelle Medien verstärken die Ernährungstrends zusätzlich. Hype-Syndrom werden die polarisierenden Ernährungstrends bezeichnet, die sich durch "Stars & Sternchen" und Industrie wie ein Lauffeuer verbreiten und zu übertriebenen Reaktionen der Verbraucher führen.

Wissenschaftler, die dieses Phänomen schon seit einem längeren Zeitraum untersuchen, warnen vor solch übertriebenen Vorsichtsmaßnahmen und derartiger Panikmacherei. Gelegentliche Magenverstimmungen, zeitweiliger Hautausschlag oder plötzlicher Blähbauch sind nicht automatisch das Ergebnis vom Verzehr eines bestimmten Lebensmittels oder eines Materials, das mit der Haut in Berühung gekommen ist.

Die Forscher unterstreichen auch, dass die verbesserte Diagnostik heutzutage den Anschein erweckt, dass sich Allergien vervielfacht haben. Immer bessere Allergietests erleichtern die Diagnose. Unverträglichkeiten und Intoleranzen lassen sich medizinisch besser nachvollziehen und einordnen. Durch die mediale Präsenz erweckt dies oft den Anschein, es handele sich um eine übertrieben starke Ausbreitung.

 

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