Katzenallergie – Beschwerden durch den Stubentiger

Eine Katzenallergie wird häufig auch als Katzenhaarallergie bezeichnet. Dieser Terminus ist jedoch vom medizinischen Standpunkt nicht ganz korrekt. Die eigentliche allergische Reaktion wird nicht von den Haaren, sondern von Eiweißen ausgelöst, die durch die Haare verteilt werden. Die Katzenallergie ist die häufigste von allen Tierallergien und bleibt meist ein Leben lang bestehen. Manche Menschen sind gegen alle Katzen allergisch, während andere nur auf eine bestimmte Rasse, wie beispielsweise Angorakatzen, allergisch reagieren.

Ursachen für eine Katzenallergie

Die Katzenallergie wird durch eigentlich eher harmlose Eiweiße ausgelöst. Diese sind in Speichel, Urin, Tränenflüssigkeit und im Sekret der Haut- und Talgdrüsen der Katze zu finden. Sie werden auf dem Fell verteilt, da sich die Katze oft putzt. Da die Tiere zudem kontinuierlich Haare und Hautschuppen verlieren, verbreiten sich die Eiweiße überall, wo sich die Katze aufhält. So kommt es, dass die Allergie auch unter dem Namen Katzenhaarallergie bekannt ist.

Die Eiweiße lösen konkret eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems aus. Stoffe, die solche Reaktionen zur Folge haben, werden als Allergene bezeichnet. Bei Katzen wird dieses Allergen als Feld bezeichnet. Verschiedene Katzenarten besitzen verschiedene Allergene, die mit Fel d-1 bis Fel d-7 bezeichnet werden. Deshalb können die allergischen Reaktionen bei einer Katzenallergie individuell variieren. In den meisten Fällen werden die Symptome jedoch von allen Katzenrassen ausgelöst. Großkatzen wie Tiger und Löwen produzieren die gleichen Allergene wie Hauskatzen, weshalb auch durch sie allergische Reaktionen provoziert werden können.

Symptome einer Katzenallergie

Die Anzeichen für eine Katzenallergie zeigen sich meist direkt nach dem Kontakt mit den Tieren oder deren Allergenen. Typische Symptome sind:

In schlimmen Fällen, und wenn die Katzenallergie lange Zeit unbehandelt bleibt, kann es zu Atemnot und Asthma bronchiale kommen.

Diagnose einer Katzenallergie

Sollte der Verdacht einer Katzenallergie bestehen, ist der Besuch bei einem Allergologen, einem Facharzt für Allergien, empfehlenswert. Wenn die Ursache für die Beschwerden nicht ganz klar ist, können Sie auch zuerst Ihren Hausarzt konsultieren. In beiden Fällen wird zuerst die Krankengeschichte des Betroffenen erhoben. Dabei werden beispielsweise die Dauer und Schwere der Symptome erfragt. Es kann auch sein, dass der Arzt nach dem Erstgespräch noch keinen gezielten Verdacht hat. Dann wird ein zweiter Termin einige Monate später festgelegt. In der Zwischenzeit führt der Betroffene ein Allergietagebuch. In diesem werden Art, Ort, Dauer und Ausmaß der Symptome festgehalten. Auch andere wichtige Informationen wie Ernährung und Medikamenteneinnahme werden darin eingetragen. Dadurch kann der Arzt die Auslöser für die Beschwerden besser identifizieren.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Allergietest: Dazu wird meist der Pricktest angewendet. Hierbei werden verschiedene Allergene auf Rücken oder Unterarm des Betroffenen getropft und die Haut darunter leicht angeritzt. Bei einer Katzenallergie würde sich die Haut unter dem entsprechenden Allergen röten und nach etwa 15 bis 20 Minuten anschwellen. Besteht keine Allergie, so zeigen sich keinerlei Hautveränderungen. Wenn der Arzt ein bestimmtes Allergen ausmacht, wird anschließend eine Blutuntersuchung durchgeführt, um den Verdacht zu bestätigen. Dabei wird das Blut auf Antikörper getestet – dies ist der sogenannte Enzym-Allergo-Sorbent-Test.

Behandlung von Katzenallergie

Dauerhaft kann eine Katzenallergie nicht geheilt werden. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Besonders bei einer schweren Katzenallergie ist es wichtig, den Auslöser zu meiden. Für Katzenbesitzer bedeutet das leider, dass sie die Katze abgeben sollten. Danach ist es wichtig, die komplette Wohnung zu reinigen. Dabei sollten Flächen, auf denen Katzenhaare gut haften, besonders gründlich geputzt werden. Beispiele dafür sind Polstermöbel oder Teppiche. Trotzdem kann es sein, dass sich noch Monate später Allergene in der Wohnung befinden.

Allergenkonzentration gering halten

Wenn es sich nur um eine leichte Katzenallergie handelt und der Betroffene seine Katze auf keinen Fall abgeben will, sollte die Konzentration von Allergenen so gering wie möglich gehalten werden. Dafür ist es hilfreich, häufig zu lüften und alle haftenden Flächen oft zu reinigen. Auch sollten Dinge, die Katzenhaare gut einfangen, insgesamt reduziert werden. Dazu gehören beispielsweise Kissen oder Kuscheltiere. Die Katze sollte keinen Zugang zum Schlafzimmer haben und nach dem Kontakt ist es für den Allergiker unerlässlich, sich die Hände zu waschen. Außerdem sind bestimmte Raumluftfilter hilfreich, die im Baumarkt erhältlich sind. Zusätzlich sollte die Katze mindestens einmal pro Woche von jemandem, der nicht an einer Katzenallergie leidet, außerhalb der Wohnung gebürstet werden.

Desensibilisierung

Eine Möglichkeit, die Beschwerden zu verringern, bietet eine Desensibilisierung, auch Hyposensibilisierung genannt. Mit dieser Methode können verschiedene Arten von Allergien therapiert werden, so auch die Katzenallergie. Außerdem verringert sie das Risiko für die Entwicklung von allergischem Asthma. Bei einer Desensibilisierung wird dem Allergiker über einen Zeitraum von drei Jahren eine stets ansteigende Dosis des Allergens verabreicht – meistens mit einer Spritze. Dadurch gewöhnt sich der Körper langsam an den Auslöser und reagiert nicht mehr so stark auf ihn. Ist die Therapie erfolgreich, können Betroffene in manchen Fällen sogar ganz auf andere Mittel zur Verringerung der Beschwerden verzichten.

Medikamente gegen Katzenallergie

Bei einer Katzenallergie können verschiedene Allergie-Medikamente eingesetzt werden. Diese richten sich auch nach den jeweiligen Symptomen. Hat die Allergie Auswirkungen auf die Haut (Juckreiz oder Hautrötungen), so können bestimmte Salben und Cremes helfen. Darin enthalten sind häufig Aloe Vera, Sanddorn, Urea oder Dexpanthenol. Diese Stoffe beruhigen die Haut und lindern Hautirritationen.

Bei allergischem Schnupfen kann eine regelmäßige Inhalation hilfreich sein. Dafür werden Lösungen mit Beta-2-Sympathomimetika empfohlen. Sie befreien die Bronchien und erleichtern dadurch die Atmung. Auch Nasensprays versprechen Linderung. Diese sollten allerdings nicht länger als eine Woche eingenommen werden, da sich der Körper sonst an sie gewöhnt und sie nicht mehr helfen.

Darüber hinaus sind auch verschiedene Tabletten verfügbar, die die Symptome einer Katzenallergie lindern. Dazu gehören beispielsweise Antihistaminika. Diese können auch präventiv eingenommen werden, wenn ein Besuch bei Bekannten geplant ist, die eine Katze im Haus halten.