Allergischer Husten – die genaue Ursache ist der Schlüssel

Pollen oder bestimmte Nahrungsmittel können einen Hustenreiz auslösen, den man „allergischen Husten“ nennt. Er ist oft trocken und tritt gehäuft in den Morgenstunden beziehungsweise nach dem Aufstehen auf. Die Atmung kann dabei auch im Nachgang noch eine Weile erschwert sein. Allergischer Husten ist allerdings von allergischem Asthma zu unterscheiden, welches sich in krampfartigen Anfällen und einer pfeifenden Atmung zeigt. Die korrekte Diagnose und das Aufspüren der Allergene sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Therapie.

Was genau ist allergischer Husten?

Von allergischem Husten spricht man, wenn der Husten die Folge einer Allergie ist, gegen die sich der Körper zur Wehr setzt. Zu bedenken ist hierbei, dass es sich beim Husten nur um eines der Symptome handelt, die bei Allergien auftreten können. Gerötete Augen, Ausschläge, eine laufende oder verstopfte Nase sowie Asthma oder Kreislaufstörungen können ebenfalls zu den Begleiterscheinungen einer Allergiegehören.
Bei diesen Allergien kann allergischer Husten eine Rolle spielen:

  • Pollenallergie: Die Pollenallergie zählt zu den bekanntesten Allergien, die Husten hervorrufen können. Wie bei vielen anderen Allergien auch, tritt der Körper dem Eindringling mit einer heftigen Abwehrreaktion entgegen – obwohl das Allergen an sich gar nicht schädlich oder gefährlich ist. Der Körper interpretiert es aber als potenzielle Gefahr und ergreift Gegenmaßnahmen. Es kommt zur Ausschüttung diverser Botenstoffe, wie unter anderem Histamin. Dadurch werden die Reaktionen hervorgerufen, die für den Betroffenen so unangenehm sind. Allergischer Husten ist eines dieser Symptome, da auch die Atemwege durch das Allergen gereizt werden und gegen eine Bedrohung kämpfen wollen, die es im Grunde gar nicht gibt.
  • Lebensmittelallergien: Lebensmittelallergien sind ebenfalls sehr weit verbreitet. Sobald der Betroffene ein bestimmtes Nahrungsmittel zu sich nimmt, reagiert auch hier der Körper mit einer Abwehrhaltung. Häufig treten die Reaktionen zwar nur in Form von lokalen Schwellungen, Rötungen sowie durch Brennen oder Jucken im Rachenraum auf, jedoch können sich bei ungünstigem Verlauf allergischer Husten sowie weitere Symptome einstellen.
  • Hausstaubmilbenallergie: Häufig führt die sogenannte Hausstaubmilbenallergie zu allergischem Husten. Der Betroffene ist hier nicht gegen die Milben an sich allergisch, sondern gegen deren Kot. Findet keine Behandlung statt, obwohl der Patient dem Milbenkot dauerhaft ausgesetzt ist, kommt es zu einer Reihe von Symptomen. Der allergische Husten ist auch hier in der Auflistung der möglichen Symptome zu finden. Bei für den Patienten ungünstigem Verlauf kann sich hieraus auch ein allergisches Asthma entwickeln.
  • Chlorallergie: Eine Chlorallergie tritt verhältnismäßig selten auf. Die Betroffenen haben hierbei in erster Linie mit Reaktionen auf der Haut zu kämpfen. Es handelt sich um Juckreiz, Brennen, Rötungen, Ekzeme oder Quaddeln. Bei stärkeren Ausprägungen können aber auch durchaus die Atemwege betroffen sein. Dies ist der Fall, wenn die Konzentration des Chlors in der Luft sehr hoch ist – etwa im Schwimmbad – oder wenn chlorhaltiges Wasser verschluckt wird. Dann kann es ebenfalls zu allergischem Husten oder zur Atemnot kommen.

Hier wird also deutlich, dass bei einem allergischen Husten ein sogenannter „Etagenwechsel“ stattfindet: Was sich bisher möglicherweise hauptsächlich in der Nase abspielte, findet nun in der Lunge – in den Bronchien, um genau zu sein – statt. Die Allergie wandert und löst dabei an anderen als den üblichen Orten Symptome aus.

Wie wird allergischer Husten diagnostiziert?

Die korrekte Diagnose von allergischem Husten ist sehr wichtig. Denn es geht darum, diesen Husten von anderen Hustenerkrankungen abzugrenzen. Ein normaler Infekt wie etwa eine Erkältung kann ebenso Husten mit sich bringen wie eine schwerere Erkrankung. Diese Faktoren werden vom behandelnden Arzt abgeklärt. Er wird den Patienten nach möglichen Begleitsymptomen befragen und abklären, ob Allergien vorliegen, von denen der Patient weiß. Eventuell kann eine Blutuntersuchung genaueren Aufschluss über den Stoff geben, der den allergischen Husten auslöst.

Wie wird allergischer Husten behandelt?

Dies ist eine Frage, die man nicht pauschal beantworten kann. Um den allergischen Husten behandeln zu können, ist es nötig, die Ursache ganz genau zu kennen. Erst dann kann eine gezielte Therapie erfolgen. Einer der möglichen Behandlungswege ist eine spezielle Immuntherapie (SIT). Diese zeigt zum Beispiel bei Pollenallergien eine sehr gute Wirkung. Dem Patienten wird hier eine gewisse Konzentration des Allergens in regelmäßigen Abständen zugeführt. Dies kann entweder per Injektion oder in Form von Tabletten erfolgen. Das Ziel dieser Therapie ist es, das Immunsystem schrittweise an das Allergen zu gewöhnen. So können die Symptome, zu denen eben auch der allergische Husten gehört, entweder eingedämmt oder vollständig beseitigt werden. Allerdings kann diese Form der Immuntherapie nicht bei allen Allergieformen angewendet werden. In solchen Fällen kann der Patient mit Medikamenten arbeiten, die zumindest die Symptome lindern. Antihistaminika haben sich hier bewährt.

Wer eine akute Phase durchmacht, kann zu ähnlichen Mitteln greifen wie ein Erkältungspatient. Eine Inhalationstherapie mit beruhigenden Dämpfen kann Symptome lindern. Mit medikamentösen Zusätzen wie kortisonhaltigen Präparaten kann eine solche Inhalationstherapie auch entzündungshemmend wirken.
Wer an einer Pollenallergie leidet und deshalb den trockenen Husten hat, dem sei angeraten, bei geschlossenem Fenster zu schlafen, um wenigstens den Pollenflug am frühen Morgen zu umgehen.

 

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