Plötzlich allergisch gegen Fleisch?

Eigentlich denkt man bei einem Zeckenbiss eher an die Infektkrankheit Borreliose oder an den Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (die so genannte "Hirnhautentzündung", kurz: FSME). Doch vielleicht haben Sie in letzter Zeit auch schon davon gehört: Bestimmte Zecken (z.B. die in den USA, Kanada und Australien weit verbreitete "Lone Star" mit dem auffällig weißen Punkt auf dem Rücken) lösen mit ihrem Biss teils lebensbedrohliche allergische Reaktionen aus: Zuerst juckt es am ganzen Körper und schließlich bekommt man roten Ausschlag und Atemnot nach Verzehr eines Fleischstückes.

Diese Reaktion wird auch "Anaphylaktischer Schock" bezeichnet. Dieses Mal ist nicht ein Protein schuld daran, dass für die Nahrungsmittelunverträglichkeiten sorgt, sondern ein Zuckermolekül (das sog. Kohlehydrat Alpha), das über den Zeckenbiss an den menschlichen Organismus übertragen wird. Dieses Molekül schleust weitere tierische Proteine in den Blutkreislauf, auf die das Immunsystem mit Antikörpern reagiert und künftig auch auf Fleisch negativ anspringt. 

Muss man sich hierzulande vor der "Veggie"-Zecke fürchten? 

Die Allergieexpertin Frau Prof. Ballmer-Weber vom Universitätsspital Zürich kann beruhigen: In Europa sind noch keine Zeckenbisse bekannt, die zu unfreiwilligem Fleischverzicht führten. Außerdem ist nur eine allergische Reaktion bei rotem Fleisch bekannt. Fisch und Geflügel können hingegen uneingeschränkt konsumiert werden. 

Beim Thema Fleischallergie sind noch viele Fragen offen und die Erforschung dieses Phänomens ist bereits voll im Gange. Bleibt zu hoffen, dass es bei einer seltenen Erkrankung bleibt. 

 

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