Akupunktur gegen Allergien?

Wenn feine Nadeln gegen Heuschnupfen und Co. helfen sollen, wird man neugierig. Was ist dran an der alternativen Behandlungsmethode aus Fernost und vor allem, wie lässt sich dieses chinesisches Heilverfahren, das zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehört, medizinisch erklären?

Fakt ist, dass immer mehr Allgemeinmediziner eine zusätzliche Weiterbildung in Akupunktur absolvieren. Man geht von etwa 300.000 praktizierenden Ärzten allein in Europa aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt eine Indikationsliste mit den häufigsten Anwendungsgebieten der Akupunktur: Die auf Meridiane (so genannte Leitbahnen des Körpers) ausgerichtete Akupunktur wird hauptsächlich für die Therapie von Schmerzen wie Rückenleiden, Gelenkprobleme oder Migräne angewendet. Auch bei Allergien, bei Atemwegserkrankungen (z.B. Nasennebenhöhlenentzündungen), Bronchialasthma und Heuschnupfen wird sie erfolgreich eingesetzt.

Häufig ist die Rede von Energien (Qi), Körpersäften, Elementen, Gleichgewicht (Yin und Yang), was die Praxis eher philosophisch oder gar esoterisch erscheinen lässt. Sieht man davon ab und betrachtet nur den rein biologischen Vorgang, wird klar: Durch den Nadelstich wird ein Reiz im Körper verursacht, der bestimmte biochemische (nachweisbare) Reaktionen auslöst. Die Nadeln berühren demnach bestimmte Nervensysteme, die wiederum körpereigene Hormone ausschütten. Diese produzieren vermehrt wichtige Immunstoffe, damit sich Allergene nicht weiter ausbreiten.

Die wissenschaftliche Erforschung dieser Vorgänge und Zusammenhänge steckt allerdings noch in Kinderschuhen und gilt als Desiderat der Wissenschaft. Eine sehr umfassende Arbeit lieferte laut Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V. (DÄGfA) zuletzt Feng (2015) mit insgesamt 2365 Probanden in 13 unterschiedlichen Studien zur allergischen Rhinitis (Heuschnupfen).

Die Studie verdeutlicht, dass Akupunktur-behandelte Probanden am Ende deutlich weniger allergische Reaktionen zeigten, als die anderen Teilnehmer, die teils unbehandelt und teils medikamentös behandelt wurden.  

Eine andere Studie von Brinkhaus (2013) wurde mit 422 Patienten ähnlich durchgeführt. Erneut konnte man nachweisen, dass die Anwendung feiner Nadeln allergische Reaktionen lindern konnte.

Weitere Studien können Sie hier nachlesen.

Allgemein gefasst kann man sagen: Bei vielen Betroffenen, die Akupunktur zur Behandlung von Allergien heranziehen, können tatsächlich allergische Beschwerden zurückgehen. Es werden etwa 15 Sitzungen (20-30 Minuten) notwendig sein, um ein Resultat zu erhalten. Dieses ist und bleibt aber immer abhängig vom Individuum selbst.

 

 

Bildquelle: (c) pixabay.com - acupuncturebox