Die Kontaktallergie ist weit verbreitet. In Deutschland sind schätzungsweise zwischen 15 und 20 Prozent der Bevölkerung betroffen. Frauen leiden dabei häufiger unter Kontaktallergien als Männer.

Was ist eine Kontaktallergie?

Eine Kontaktallergie (allergische Kontaktdermatitis, allergisches Kontaktekzem) ist eine allergische Reaktion der Haut auf bestimmte Kontaktallergene. Unter einem Kontaktallergen wird eine Substanz verstanden, die bei Berührung mit der Haut eine allergische Reaktion an den betroffenen Stellen auslöst. Die allergische Reaktion wird durch gewisse Zellen des Abwehrsystems, die sogenannten T-Zellen, hervorgerufen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe der weißen Blutkörperchen, die Botenstoffe (Histamine) ausschütten, die eine Entzündungsreaktion verursachen.

Kontaktallergene, auf die Betroffene reagieren, sind zum Beispiel Pflanzen (Kamille, Arnika, Schafgarbe), Duftstoffe, ätherische Öle, Konservierungsmittel und Metalle. Theoretisch kann jede natürliche oder künstliche Substanz zu einem Kontaktallergen werden. Die am häufigsten auftretende Kontaktallergie ist die Nickelallergie, von der etwa zehn Prozent aller Frauen und ein Prozent aller Männer betroffen sind. Nickel ist ein typischer Bestandteil von Modeschmuck und kann darüber hinaus als Nickelsulfat in Kleidung und Kosmetik vorkommen. Eine andere bekannte Kontaktallergie ist die Latexallergie, die insbesondere bei medizinischem Personal auftritt, das Schutzhandschuhe tragen muss. Auch Reinigungsmittel lösen oft eine Kontaktallergie aus.

Kontaktallergie

Wie entsteht eine Kontaktallergie?

Aufgrund des wiederholten Kontakts mit einem Allergen kommt es zu einer sogenanntenimmunologischen Sensibilisierung. Das bedeutet, dass der Körper beim ersten Kontakt mit dem Allergen reagiert und die Substanz als „Feind“ erkennt. Allerdings wird da noch keine allergische Reaktion ausgelöst. Diese erfolgt erst nach wiederholtem Kontakt mit dem Allergen. Warum es zu einer allergischen Reaktion kommt, ist noch nicht geklärt. Auch ist nicht klar, warum ein Mensch auf Pflanzen, ein anderer auf Duftstoffe und wieder ein anderer auf Metalle allergisch ist.
Fachleute vermuten bestimmte Risikofaktoren für eine Kontaktallergie. So können beispielsweise eine genetische Veranlagung, ungesunde fettreiche Ernährung, Rauchen, Alkoholgenuss, Schadstoffe in der Umwelt und übertriebene Hygiene das Entstehen einer Kontaktallergie begünstigen.

Welche Symptome treten bei einer Kontaktallergie auf?

Bei einer Kontaktallergie treten die Symptome erst innerhalb von ein bis drei Tagen nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Deshalb zählt die Kontaktallergie auch zu den Allergien des späten Typs. Die Beschwerden treten in Form von Hautveränderungen auf. In der Regel sind dabei nur begrenzte Bereiche der Haut betroffen.

Weit verbreitete und typische Symptome einer Kontaktallergie sind:

  • Hautrötung
  • Hautausschlag
  • Jucken oder Brennen
  • Schwellungen
  • Quaddeln
  • nässende Bläschen
  • Schuppen

Besteht ein längerer und/oder wiederholter Kontakt mit dem Allergen, beispielsweise im Berufsalltag, kann es zu einem chronischen Kontaktekzem kommen. Dabei bilden sich entzündliche Verdickungen, Verhornung und Rillen in der Haut. In sehr seltenen Fällen kann es zu Asthmaanfällen kommen. Bei sehr feinen Kontaktallergenen wie Staub oder Duftstoffen können Rötungen im gesamten Gesicht auftreten.

Wie wird eine Kontaktallergie diagnostiziert?

Der erste Schritt zur Diagnose einer Kontaktallergie ist eine gründliche Anamnese durch den Hautarzt. Dabei handelt es sich um die Befragung zur Krankengeschichte des Patienten. Der Arzt möchte in Erfahrung bringen, wann die Beschwerden erstmalig auftraten, welche Bereiche der Haut reagieren, mit welchen Substanzen der Patient im Alltag in Berührung kommt und ob in der Familie des Betroffenen Allergien bekannt sind.

Mithilfe von allgemeinen körperlichen Untersuchungen kann der Arzt andere Erkrankungen ausschließen. In der Regel folgt ein sogenannter Epikutan-Test, auch Patch-Test genannt. Bei diesem Test werden verschiedene, für die Allergie in Frage kommende, Substanzen mit einem speziellen Pflaster auf den Rücken oder Oberarm des Patienten geklebt. Es werden normalerweise gleich mehrere Substanzen getestet. Nach ein bis drei Tagen kann man erkennen, ob und auf welche Stoffe die Haut allergisch reagiert. Ist die Allergie diagnostiziert, wird das Ergebnis in einen Allergiepass eingetragen. Diesen sollte der Betroffene stets bei sich tragen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Kontaktallergie?

Die Kontaktallergie ist nach aktuellem Stand der Medizin zwar nicht heilbar, wenn man sich aber an bestimmte Regeln hält, kann man gut mit dieser leben. Die wichtigste Maßnahme besteht deshalb darin, das Allergen, das die Beschwerden auslöst, strikt zu meiden. Durch eine solche Vermeidung beziehungsweise Karenz verschwinden die Symptome vollständig. Die betroffenen Hautstellen können mit Cremes, Ölen oder Bädern behandelt werden, die den Heilungsprozess der Haut beschleunigen. Auch kühlende feuchte Umschläge lindern die Beschwerden. Bei einem Kontaktekzem können kurzzeitig Salben mit Kortisonanteil verabreicht werden. In einigen Fällen sind auch kortisonhaltige Tabletten hilfreich. Da solche Medikamente jedoch erhebliche Nebenwirkungen haben, sollte die Behandlung ausführlich mit dem Arzt besprochen werden.

Patienten mit einem chronischen Kontaktekzem haben die Möglichkeit zu einer UV-Therapie, bei der die Haut mit UVA- oder UVB-Strahlen bestrahlt wird. Bei der sogenannten PUVA-Therapie erhält der Patient vor der Bestrahlung mit UVA-Licht den Wirkstoff Psoralen – entweder in Form von Tabletten oder Cremes beziehungsweise Salben. Psoralen ist eine Substanz, die in den ätherischen Ölen von Pflanzen vorkommt und die Haut für UV-Strahlen sensibilisiert. Diese Kombination macht die Bestrahlung also noch effektiver. Eine gute Nachricht für alle Betroffenen: Die Beschwerden einer Kontaktallergie klingen in der Regel schnell ab. Auch ein Kontaktekzem verschwindet in den meisten Fällen vollständig, ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen.