Ein Insektenstich ist meist eine lästige Sache. Je nachdem, welches Insekt sie heimgesucht hat, kann der Stich entweder schmerzen oder jucken. In der Regel sind diese Beschwerden aber nicht von langer Dauer. Anders schaut es dagegen aus, wenn der Gestochene an einer Allergie leidet. Zwar können auch hier Schmerzen und Juckreiz auftreten, jedoch können auch noch andere Symptome hinzukommen, die im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können. Welche Symptome dies sind, worin die Gefahren bestehen und wie die Behandlungsmethoden aussehen, zeigt der folgende Text.

 

Wespe

 

Was versteht man unter einer Insektengift-Allergie?

Bei einer Insektengift-Allergie handelt es sich um eine allergische Reaktion des Gestochenen auf das Gift bestimmter Insekten. Das heißt, dass die Reaktion auf einen Stich sehr viel heftiger ausfällt als bei Menschen, die nicht an einer solchen Allergie leiden. Allerdings ist nicht jede größere Schwellung oder jeder stärkere Juckreiz gleich auf eine Insektengift-Allergie zurückzuführen. Um diese Allergie nachzuweisen, ist der Besuch bei einem Fachmediziner unumgänglich. Er wird sich zunächst einmal die Einstichstelle anschauen und beurteilen, ob es sich tatsächlich um eine allergische Reaktion handelt. Darüber hinaus werden bestimmte Tests durchgeführt, um die Allergie zweifelsfrei nachzuweisen.

Hierbei kommen Hauttests und auch Blutuntersuchungen zum Einsatz, um die Antikörper bestimmen zu können. Diese Antikörperbestimmung wird einige Tage nach dem Stich sowie mehrere Wochen danach durchgeführt. Wichtig: Der Patient muss den behandelnden Arzt mit möglichst vielen Informationen versorgen. Welches Insekt hat zugestochen? Wie viel Zeit verging zwischen dem Stich und den Reaktionen? Dies sind zwei der wichtigsten Fragen, die auch bei der weiteren Behandlung und Bestimmung der Allergie nützlich sind. In Verbindung mit der Antikörperbestimmung etwa kann so ermittelt werden, wie stark die Allergie und das Risiko des Betroffenen sind. Besonders häufig werden Insektengift-Allergien bei Bienen- und Wespenstichen beobachtet. Eine genetische Veranlagung muss zum Erwerb einer Insektengift-Allergie – anders als bei anderen Allergien wie etwa gegen Pollen oder Milben – nicht vorliegen.

Welche Symptome können bei einer Insektengift-Allergie auftreten?

Die Symptome können sich auf verschiedene Art und Weise bemerkbar machen. Zum Beispiel kann es zu starken Schwellungen kommen, die weit über das normale Maß hinausgehen. Betrifft die Schwellung etwa zehn oder mehr Zentimeter rund um die Einstichstelle, ist von einer allergischen Reaktion auszugehen. Das Gleiche gilt, wenn es zu Schwellungen im Bereich des Gesichts kommt. Auch sehr starker Juckreiz oder Schmerzen sind ein Indiz. Gefährlich wird es, wenn das Herz-Kreislaufsystem betroffen ist. Schwindel, Übelkeit oder das Abfallen des Blutdrucks sollten sehr ernst genommen und so schnell wie möglich von einem Arzt behandelt werden. Im schlimmsten Fall kann es sogar zur Atem- und Kreislaufstillstand kommen. Liegt eine Insektengift-Allergie vor, müssen nicht zwingend alle Symptome zusammen auftreten.
Im Allgemeinen teilt man die allergischen Reaktionen in vier Stadien ein:

  • Stadium I: Juckreiz, Rötungen, Schwellungen, Nesselfieber (Urtikaria)
  • Stadium II: Herzrasen, abfallender Blutdruck, Übelkeit, Probleme im Magen-Darm-Trakt
  • Stadium III: Atemnot, Bewusstseinsstörungen, ungewolltes Entleeren der Harnblase und des Darms
  • Stadium IV: Atemstillstand und Kreislaufzusammenbruch

Worin die großen Gefahren lauern

Sollte es tatsächlich zu Symptomen wie Atemnot oder Kreislaufschwäche kommen, ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Auch bei den ersten Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks muss sich der Betroffene umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Alternativ müssen eventuelle Begleitpersonen dafür sorgen, dass bei diesen Anzeichen ein Notarzt gerufen wird. Diese Symptome eines allergischen Schocks können sich durch allgemeines Unwohlsein, Schweißausbrüche oder Brennen und Jucken an Händen und Füßen äußern.


Schnake

 

Wie behandelt man eine Insektengift-Allergie?

In einer großen Anzahl von Fällen stellt eine Insektengift-Allergie bereits einen medizinischen Notfall dar. Wer weiß, dass er über eine solche Allergie verfügt, der sollte stets ein Notfall-Set griffbereit haben. Dieses Notfallset besteht aus mehreren Komponenten. Hierzu sollten auf jeden Fall rasch wirkende Antihistaminika zählen. Ferner zählen in der Regel auch kortisonhaltige Präparate zu einem solchen Notfallset. Wenn der Betroffene sehr stark reagiert und die Gefahr auf Herz-Kreislaufversagen besteht, dann sollte auch Adrenalin, welches in einem solchen Fall injiziert wird, mitgeführt werden. Bei Unsicherheiten darüber, was mitgeführt werden sollte, kann der Arzt oder Apotheker hilfreiche Ratschläge geben. Da viele Menschen eine natürliche Scheu haben, sich selbst zu spritzen, gibt es ausführliche Anleitungen oder spezielle Schulungen, mit deren Hilfe die Betroffenen dies erlernen können.

Eine weitere Behandlungsmethode stellt die Hyposensibilisierung dar. Das Verfahren, das auch bei einerGräserpollenallergie (Heuschnupfen) zum Einsatz kommt, gewöhnt den Körper Schritt für Schritt an die allergieauslösenden Stoffe, sodass die Reaktionen im Laufe der Zeit abgeschwächt werden und im Idealfall ganz verschwinden. Vor allem Personen, die zum Beispiel aus beruflichen Gründen häufig der Gefahr eines Insektenstichs ausgesetzt sind, sollten von dieser Behandlungsmethode Gebrauch machen. Auch die so genannte „Schnell-Hyposensibilisierung“ ist für diesen Personenkreis angezeigt. Normalerweise liegt die Behandlungsdauer einer Hyposensibilisierung – wie auch bei der Gräserpollenallergie – bei drei bis fünf Jahren. Die Schnell-Hyposensibilisierung jedoch kann bereits nach mehreren Tagen oder Wochenzum Erfolg führen. Hierbei erfolgt die Gewöhnung an den auslösenden Stoff schneller und in höheren Dosen. Deshalb empfiehlt sich unter Umständen sogar eine stationäre Behandlung, da im Falle einer allergischen Reaktion sofort eingegriffen werden kann.