Lebensmittel enthalten häufig Zutaten bzw. Zusätze, die Unverträglichkeiten und Allergien auslösen können. Dazu zählen unter anderem die sogenannten Verdickungsmittel, die in erster Linie flüssigen Lösungen beigegeben werden, um den Speisen eine gewisse Konsistenz zu verleihen und somit den Genuss bei der Nahrungsaufnahme zu erhöhen. Was genau verbirgt sich hinter der Bezeichnung ‚Verdickungsmittel‘? Welche Arten gibt es und was sind die typischen Reaktionen bei einer Unverträglichkeit von Gelier- bzw. Verdickungsmitteln? Hier finden Sie die Antworten.

Was sind Verdickungsmittel und welche Untergruppen gibt es?

Verdickungsmittel, im Fachjargon auch Hydrokolloide genannt, werden zumeist aus Algen und Pflanzen hergestellt. Sie zeichnen sich durch die Fähigkeit zur Gelbildung und Wasserbindung aus. Abgesehen davon verleihen Verdickungsmittel – umgangssprachlich häufig auch Geliermittel genannt – den Lebensmitteln eine gewisse Struktur, die beim Verzehren der Speisen einen ganz bestimmten Kaueindruck hinterlassen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Einsatz von Verdickungsmitteln unter anderem bei fettarmen Produkten, da sie ihnen eine cremige Konsistenz verleihen. In der eigenen Küche gehören unter anderem Pektine, Eigelb, Mehlschwitze und Gelatine zu den Bindemitteln, die zur Verdickung von Lebensmitteln eingesetzt werden. Eine Kombination aus natürlichen und chemischen Substanzen wird für Verdickungsmittel verwendet, die in der industriellen Lebensmittelproduktion zum Einsatz kommen. Zu finden sind sie in Puddings, Gelees, Käse, Eis und Süßigkeiten. Dazu zählen Pektin, modifizierte Stärken, Guarkern– sowie Johannisbrotkernmehl. Auf den einzelnen Produkten werden Verdickungsmittel mit E-Nummern gekennzeichnet. Bei Pektin handelt es sich dabei beispielsweise um die Nummer E 440, bei Agar-Agar um die Nummer E 406, Johannisbrotkernmehl erhält die Nummer E 410, Gummi arabicum die Nummer E 414 und Carrageen die Nummer E 407.

Verdickungsmittel, die Allergien auslösen können

Zu den klassischen Symptomen, die auf die Unverträglichkeit von Lebensmitteln im Allgemeinen und Verdickungsmittel im Besonderen verweisen, zählen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Ausschläge, Juckreiz, Nesselsucht, sowie Anschwellen von Zunge und Rachenraum und viele mehr. Dabei sind sie nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in Reinigungsmitteln, Wandfarben und Zementmörteln zu finden. Zu den Verdickungsmitteln, die nachweislich allergische Reaktionen hervorrufen können, zählen unter anderem Johannisbrotkern- und Guarkernmehl, Traganth (E 413), Karaya (E 415), Gummi arabicum sowie Tarakernmehl (E 417). Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle die Tatsache, dass einige Verdickungsmittel über positive Eigenschaften verfügen. In diese Gruppe gehört beispielsweise das Johannisbrotkernmehl, welches cholesterinsenkende Eigenschaften besitzt.

Abschließend ist festzuhalten, dass viele Verdickungsmittel allergische Reaktionen hervorrufen können. Dies bezieht sich sowohl auf natürliche als auch auf synthetische Varianten. Im Einzelfall ist zu prüfen, wie Verbraucherinnen und Verbraucher auf die jeweiligen Substanzen reagieren. Machen sich die oben aufgeführten Symptome bemerkbar, so hilft nur ein umgehendes Absetzen der Produkte sowie ein zukünftiger Verzicht auf Lebensmittel, Kosmetika und Reinigungsartikel, die die unverträglichen Gelier- bzw. Verdickungsmittel enthalten.