Die Schalentierallergie gehört zu den häufigsten Allergien. Hierbei klagen Allergiker unter anderem nach dem Verzehr von verschiedenen Meerestieren wie Garnelen oder Tintenfischen über verschiedene Symptome, die teilweise sogar gefährlich werden können. Der folgende Text klärt darüber auf, welche Symptome hier auftreten können, wie es zu einer solchen Schalentierallergie kommt und welche Behandlungsmethoden den Betroffenen zur Verfügung stehen.

 

 

Was ist eine Schalentierallergie und wie entsteht sie?

Die Schalentierallergie gehört zur Klasse der Allergien gegen „Seafood“ – Fische und Meeresfrüchte sind hier also gemeint. Hierbei ist zu beobachten, dass diese Allergien in den Regionen, in denen besonders große Mengen an Fisch oder Schalentieren verzehrt werden, häufiger auftreten. Dies betrifft vor allem Küstenregionen, etwa in Skandinavien oder im Mittelmeerraum. Während bei der FischallergieParvalbumin als auslösendes Allergen gilt, handelt es sich bei einer Schalentierallergie um Tropomyosin.

Besonders häufig werden Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Garnelen beobachtet. Teilweise kann sogar der bloße Hautkontakt bereits zu Problemen führen. Aber auch Muscheln, Austern oder Tintenfische können allergische Reaktionen hervorrufen. Das Immunsystem behandelt das Allergen, welches im Grunde eigentlich harmlos ist, als Fremdkörper, der versucht, in den Organismus einzudringen. Dadurch kommt es zu einer Abwehrreaktion des Körpers, bei der vermehrt der Botenstoff Histamin ausgeschüttet wird. In der Folge kommt es so zu den allergischen Symptomen.

 

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome einer Schalentierallergie zeigen sich meist bereits recht kurze Zeit nach dem Verzehr des entsprechenden Meerestieres, also etwa eine halbe Stunde später. Der Betroffene kann hierbei zum Beispiel ein Kratzen oder Jucken im Mund- und Rachenbereich verspüren. Auch ein pelziges Gefühl im Mund und auf der Zunge ist eine allergische Reaktion. Darüber kann eine Nesselsucht (Urtikaria) auftreten, die sich in Form von Quaddeln und Juckreiz auf der Haut bemerkbar macht. Schwellungen der Haut oder sogar ernsthafte Atem- und Kreislaufbeschwerden können vorkommen. Werden die entsprechenden Tiere zubereitet, können Allergiker allein durch die Dämpfe oder den Geruch Symptome wie eine laufende Nase oder asthmatische Reaktionen entwickeln. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem anaphylaktischen Schock, der manchmal sogar lebensbedrohlich werden kann. Ebenfalls möglich: Magen-Darm-Beschwerden, die nach dem Verzehr von Schalentieren auftreten. Krämpfe, Bauchschmerzen oder Durchfall können die Folge sein. Werden die Schalentiere vor dem Verzehr gegart, schwächt das die Symptome unter Umständen ab. Garantien gibt es dafür jedoch nicht, da es stets ungewiss ist, wie stark das Allergen durch die Zubereitung wirklich gemindert wurde. Der Betroffene sollte sich hier also nicht auf der sicheren Seite wähnen.

 

Wie kann man eine Schalentierallergie behandeln?

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen Betroffene einer Schalentierallergie zu Leibe rücken können. Hierbei muss man zwischen der reinen Symptombekämpfung, der Karenz und einer möglichen Immuntherapie unterscheiden.

Wenn der Allergiker doch einmal Schalentiere verzehrt hat und in Folge dessen an den entsprechenden Symptomen leidet, gibt es einige Mittel, die hier für Linderung sorgen können. Kommt es zum Beispiel zu juckenden Quaddeln auf der Haut, dann können spezielle Cremes helfen. Diese Cremes werden meist in der Apotheke oder von einem Hautarzt eigens hergestellt. Als Wirkstoff können sie unter anderem Kortison enthalten, da diese Substanz entzündungshemmend wirkt und den Juckreiz bekämpfen kann. Sollten Probleme an den Augen oder der Nase auftreten (so zum Beispiel Jucken, Rötung oder auch vermehrte Schleimproduktion), dann können geeignete Sprays oder Tropfen die Symptome lindern. Kommt es zu Atemnot oder asthmaähnlichen Symptomen, helfen ebenfalls Sprays oder Inhalatoren, die in der Regel Kortison enthalten. Wenn gleich mehrere Symptome gleichzeitig auftreten, ist zur Einnahme von Antihisthaminika geraten. Diese blockieren die Ausschüttung von Histamin und können so die Symptome abschwächen. Wenn es sogar zur Atemnot oder zu einem Asthmaanfall kommt, sollte der Betroffene auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Auch das Mitführen eines Notfallsets, welches unter anderem aus einem Spray und Adrenalin besteht, ist durchaus sinnvoll.

 

 

Karenz

Bei der Karenz geht es darum, die Allergene zu meiden. Bei einer Schalentierallergie bedeutet dies, die allergieauslösenden Nahrungsmittel nicht zu sich zu nehmen. Wer also weiß, dass er etwa auf Garnelen allergisch reagiert, sollte diese dementsprechend nicht verzehren. Ansonsten ist das Risiko zu groß, die bereits angesprochenen Symptome auszulösen. Auch beim Genuss von Nahrungsmitteln, die das Allergen in abgeschwächter Form enthalten, ist Vorsicht geboten.

Immuntherapie

Eine Immuntherapie dauert in der Regel mehrere Jahre und soll das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnen. Hierfür werden entweder Medikamente unter die Haut gespritzt (subkutane Anwendung) oder Tropfen oder Tabletten unter die Zunge gegeben (Einnahme sublingual). Im Falle der Insektengiftallergie kann eine solche Therapie, welche auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt wird, innerhalb weniger Tage oder Wochen erfolgreich sein. Bei Nahrungsmittelallergien jedoch ist eine solche Immuntherapie nicht vollständig erfolgsversprechend, sodass eine gänzliche Beschwerdefreiheit möglicherweise nicht erreicht werden kann. Jedoch kann die Allergie unter Umständen so weit abgeschwächt werden, dass das Allergen auf anderem Wege vertragen wird, etwa als Nebenprodukt oder Zusatz in bestimmten Nahrungsmitteln. Dennoch sollte der Betroffene bei Nahrungsergänzungen oder aber auch beim Gebrauch von Kosmetika genau auf die Inhaltsstoffe achten.