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Konservierungsmittel (Lebensmittel)

Bei Konservierungsstoffen handelt es sich um Substanzen, mit denen sich die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern lässt. Der Verderb durch Bakterien oder Schimmelpilze wird durch Konservierungsstoffe hinausgezögert.

Es ist vom Gesetzgeber aus nicht immer erforderlich, verwendete Konservierungsstoffe zu kennzeichnen, insbesondere nicht in den Fällen, wenn die verschiedenen Stoffe über konservierte Zutaten in die Lebensmittel gelangen. Da Konservierungsmittel immer stärker in die öffentliche Kritik geraten sind, greift die Lebensmittelindustrie vermehrt auf Verfahren oder Substanzen zurück, die nicht speziell gekennzeichnet werden müssen.

Lebensmittel frei von Konservierungsstoffen?

Fakt ist, dass ein heutzutage verarbeitetes Lebensmittel kaum ohne Konservierungsstoffe auskommt, wenn es mehr als ein paar Tage haltbar sein soll. Auf Verpackungen wird dem Verbraucher mit Aufdrucken wie „ohne Zusatz von Konservierungsmitteln“, „ohne Konservierungsstoffe“ oder „ohne Konservierungsmittel“ nur die halbe Wahrheit erzählt, denn diese Aufdrucke bedeuten nur, dass im jeweiligen Lebensmittel keine konservierenden Zusatzstoffe verwendet wurden, die innerhalb der EU deklariert werden müssen.

Erlaubt ist es hingegen, andere Zusatzstoffe zu verwenden, die ebenfalls eine konservierende Wirkung haben, wie etwa Essigsäure (E260) oder Antioxidationsmittel. Alternativ hierzu können die Hersteller auch Zucker, Essig, Senf, Frucht- oder Gewürzextrakte beifügen, um die Haltbarkeit des jeweiligen Produktes zu verlängern. Mit diesen Zutaten lassen sich Zusatzstoffe ersetzen. Wer es ganz genau wissen will, muss bei einem bestimmten Lebensmittel die klein gedruckte Zutatenliste genauer unter die Lupe nehmen. Hieraus lässt sich dann erkennen, für welche Variante an Konservierungsmitteln sich der jeweilige Hersteller letztlich entschieden hat.

Wenn Konservierungsstoffe krank machen

Wenn der Hals anschwillt, die Haut juckt oder die Nase dauernd läuft, denken viele Betroffene zunächst an eine Allergie und lassen sich entsprechend ärztlich untersuchen – in einigen Fällen jedoch ohne Erfolg. Trotz zahlreicher Untersuchungen kann der Arzt keine Erkrankung feststellen, die Schuld an den Symptomen des Betroffenen sein könnte. Diese Reaktionen können jedoch von Konservierungsstoffen in Lebensmitteln ausgelöst werden. Experten sprechen in diesem Fall von einer sogenannten Pseudoallergie. Die Symptome ähneln denen einer echten Allergie, daher ist die Suche für die Betroffenen nach den Auslösern oft mühsam und in vielen Fällen können Konservierungsstoffe erst sehr spät als Schuldige für die Allergiesymptomatik identifiziert werden.

Der Begriff Pseudoallergie wird jedoch häufig missverstanden, denn er sagt keinesfalls aus, dass sich der Betroffene die jeweiligen allergischen Symptome nur einbildet. Jedoch lässt sich der Verdacht auf eine Pseudoallergie nur schwerlich überprüfen, denn es existieren keine Haut- oder Bluttests, mit denen sich eine Pseudoallergie bestätigen lässt. Wenn die klassischen Allergietests ohne Befund bleiben, könnte es sein, dass die vom Patienten beschriebenen Symptome von einer Pseudoallergie herrühren. In diesem Fall wird der Arzt dem Patienten eine Eliminationsdiät verschreiben. Der Patient verzichtet also über einige Wochen lang auf sämtliche Inhaltsstoffe, die Grund für das Auftreten der Pseudoallergie sein können. Besonders im Verdacht stehen hierbei Konservierungsstoffe die etwa Schwefeldioxid, Sulfit, Nitrit, Sorbinsäure oder Benzoesäure. Auf der richtigen Spur ist man, wenn sich die Symptome beim Patienten allmählich verbessern. Auf diese Weise lässt sich der jeweilige Auslöser für die Pseudoallergie mehr und mehr eingrenzen. Die Suche nach dem Konservierungsmittel, das letztlich für das Leiden des Patienten verantwortlich ist, kann also der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichkommen. Eine andere Möglichkeit, um den schuldigen Inhaltsstoff ausfindig zu machen, existiert bisher leider nicht.