Allergien sind weit verbreitet und sorgen für die unterschiedlichsten Symptome. Hierbei geht es nicht nur um Allergien gegen Gräser oder Insektenstiche, sondern auch um solche gegen bestimmte Nahrungsmittel. So gibt es beispielsweise die Fischallergie. Betroffene sollten besser auf dieses gesunde und eiweißreiche Lebensmittel verzichten, da der Verzehr mitunter gefährlich werden kann. Doch nicht nur das Verspeisen von Fisch birgt Gefahren. Worin diese noch bestehen, an welchen Symptomen Sie eine Fischallergie erkennen und worauf Betroffene achten müssen, lesen Sie im folgenden Text.

 

Fisch

 

Was genau ist eine Fischallergie?

Die Fischallergie gehört zur Familie der Nahrungsmittelallergien oder auch Lebensmittelallergien. Bei einer Fischallergie reagieren die Betroffenen auf ein bestimmtes Eiweiß, das sich vor allem in den Muskelzellen des weißen Fleisches verschiedener Fischarten findet: Parvalbumin. Mehr als 90 Prozent der Fischallergiker reagieren auf dieses Eiweiß. Dabei ist es normalerweise nicht nur ein bestimmter Fisch, auf den Allergiker reagieren, denn das protein, das die Fischallergie auslöst, findet sich in unterschiedlichen Arten. Es macht auch keinerlei Unterschied, ob die Fische im Süß- oder Salzwasser zu Hause sind. Ebenfalls wichtig: Auch dann, wenn der Fisch gebraten oder geräuchert wird, bleibt das Allergen erhalten. Grundsätzlich kommt die Fischallergie öfter vor, als man denken mag. Sie zählt zu den häufigsten Lebensmittelallergien bei Kindern und Jugendlichen.

Welche Symptome treten bei einer Fischallergie auf?

Die Symptome bei einer Fischallergie sind unterschiedlicher Natur. Leidet ein Mensch unter einer solchen Unverträglichkeit, können sich zum Beispiel Probleme im Magen-Darm-Trakt einstellen. Bauchschmerzen, Krämpfe oder Durchfall können die Folge sein. Auch die Haut reagiert häufig auf das Fischeiweiß: Hierbei kann es zu einer Nesselsucht kommen, bei der sich juckende Quaddeln bilden. Auch ein Quincke-Ödem, das auch unter der Bezeichnung Angioödem bekannt ist, kann auftreten. Hierbei handelt es sich um eine Schwellung von Haut und Schleimhäuten, die sich häufig im Gesicht zeigt. Meist ist sie jedoch schmerzlos und juckt nicht übermäßig stark.

Bei einer Fischallergie kann es allerdings auch zu stärkeren Symptomen kommen, wie man sie auch von anderen Allergien kennt, etwa vom Heuschnupfen. Einige Allergiker reagieren mit Atemnot bereits kurz nach dem Genuss von Fisch oder Fischprodukten. Im schlimmsten Fall kommt es zu einemanaphylaktischen Schock, der sogar lebensbedrohlich werden kann. Die Folgen eines anaphylaktischen Schocks können Atem- und Kreislaufstillstand sein, welche im Extremfall zum Tod führen können. Sollte der Betroffene selbst oder seine Begleitpersonen erste Anzeichen eines solchen Schocks vermuten, so ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Der Besuch eines Arztes empfiehlt sich zudem bereits beim Eintreten von Atemnot oder schweren Hautreaktionen.

Welche zusätzlichen Gefahren eine Fischallergie birgt

Wer an einer Fischallergie leidet, sollte jedoch nicht nur Speisefische meiden, denn die bereits genannten Symptome können auch durch andere Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel ausgelöst werden. Dazu zählen zum Beispiel Fischölkapseln, die wegen ihres hohen Gehalts an wertvollen Omega-3-Fettsäuren gerne als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Wer allergisch auf Fisch reagiert, kann damit allerdings ebenso heftige Reaktionen provozieren wie beim Verzehren eines Fischfilets. Ebenfalls gefährlich sind Rückstände – etwa Staub von getrockneten Fischen – oder einfache Dämpfe, die beim Zubereiten des Fisches freigesetzt werden. Bei einigen Personen kann bereits ganz banaler Fischgeruch eine Allergie auslösen.

Fischallergiker können sogar beim Verzehr von Fleisch Symptome entwickeln. Dies ist dann der Fall, wenn die Tiere mit Fischmehl gefüttert wurden. Kreuzallergien spielen ebenfalls eine Rolle. Man kennt diese auch von Gräserpollenallergien. Das Immunsystem denkt bei einer Pollenallergie etwa, dass das auslösende Allergen zugeführt wird, obwohl der Betroffene nur eine Tomate, Kartoffeln oder Haselnüsse verzehrt. So können die gleichen Symptome ausgelöst werden. Derartige Kreuzallergien gibt es auch zwischen verschiedenen Fischsorten.

 

Fisch

 

Wie lässt sich eine Fischallergie behandeln?

Bei einer Insektengiftallergie oder einer Gräserpollenallergie gibt es die Möglichkeit der sogenannten Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt. Das heißt, dass der Körper mittels Injektionen, Tabletten oder Tropfen über einen Zeitraum von mehreren Jahren schrittweise an die Allergene gewöhnt wird. Das Ziel einer solchen Therapie ist es, die Symptome abzuschwächen und später ganz verschwinden zu lassen. Allerdings sind diese Immuntherapien bei Lebensmittel- oder Kontaktallergien noch nicht so weit fortgeschritten, um ähnliche Erfolge zu versprechen, wie es etwa bei der Insektengiftallergie der Fall ist.

Aber auch wenn diese Therapieform weitestgehend ausscheidet, muss der Betroffene gewisse Gegenmaßnahmen ergreifen. Da eine Fischallergie teils heftige Symptome provozieren kann, sollte immer ein Notfallset in Reichweite sein. Gerade dann, wenn es zu Problemen der Atemwege kommt, ist zum Beispiel ein Inhalator unverzichtbar. Da auch die Gefahr von Kreislaufzusammenbrüchen besteht, gehört in der Regel auch Adrenalin zu den Bestandteilen eines solchen Notfallsets.

Da die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sind und der Betroffene in der Regel medikamentös keine präventiven Maßnahmen ergreifen kann, ist es besonders wichtig, den Kontakt mit und den Verzehr von Fisch gezielt zu meiden. Hand in Hand geht damit auch die korrekte Diagnose. Denn wenn der Betroffene weiß, gegen welche Fischarten er konkret allergisch ist, kann er diese gezielt meiden. Auch lässt sich so herausfinden, welche Fischsorten er unter Umständen trotzdem ohne Probleme genießen kann.