Als Haarfarbstoffe bezeichnet man jene Stoffe, die eine Färbung des menschlichen Haares herbeiführen können. Nahezu jeder Mensch verfügt über den natürlichen Haarfarbstoff Melanin. Dieser unterteilt sich vorrangig in die beiden Unterarten Eumelanin und Phäomelanin. Beide Stoffe sorgen dafür, dass die Haare des Menschen sich dunkel färben. Je höher die Konzentration dieser Stoffe im menschlichen Haar ist, umso dunkler fällt deren Farbe aus. Neben dem natürlichen Haarfarbstoff Melanin werden zahlreiche weitere künstliche Farbstoffe eingesetzt, um das optische Erscheinungsbild der Haare zu verändern. Dabei handelt es sich hauptsächlich um pflanzliche und synthetische Farbstoffe sowie Mittel, die den Melaningehalt der Haare beeinflussen können.

Arten von Haarfarbstoffen

Man unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Arten von Haarfarbstoffen. Dabei handelt es sich um temporäre, semipermanente und permanente Haarfarbstoffe. Als temporäre Haarfarbstoffe werden jegliche Substanzen bezeichnet, die den natürlichen Melaningehalt der Haare beeinflussen oder bereits nach kurzer Zeit wieder von den Haaren abgestoßen werden. Mithilfe von Haarbleiche wird den Haaren Melanin entzogen und durch den Einsatz von Koffein oder Teein die Melaninproduktion angeregt. Die Behandlung der Haare mit fluoreszierenden Stoffen führt dabei zu kurzzeitig fluoreszierenden Haaren. Darunter versteht man die Eigenschaft der Haare, ohne externe Lichtquelle im Dunkeln zu leuchten. Semipermanente Haarfärbemittel binden sich jedoch physikalisch an das Haar und erreichen dadurch eine längerfristige Haarfärbung. Hierbei handelt es sich um Farbstoffe, die eine natürliche Affinität zum Keratin des Haares besitzen. Als Keratin wird hierbei der grundsätzliche Baustoff bezeichnet, aus welchem das menschliche Haar besteht. Diese Haarfarbstoffe werden meist aus Blüten unterschiedlicher Blumen gewonnen. Bei permanenten Haarfarbstoffen handelt es sich um eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Stoffen. Durch den Einsatz von Wasserstoffperoxid wird das Haar aufgequollen und dadurch für externe Farbstoffe zugänglich gemacht. Mithilfe einer chemischen Reaktion werden die anschließend aufgetragenen Farbstoffe in das aufgequollene Haar transportiert und darin an das Keratin gebunden.

Allergische Reaktionen auf Haarfarbstoffe

Chemische Haarfarbstoffe bestehen aus zahlreichen allergenen Substanzen. Viele Menschen reagieren sehr stark auf das in den Farbstoffen enthaltene Mittel PPD (Para-Phenylendiamin). Statistisch betrachtet reagieren fünf bis zwölf von 1.000 Menschen mit starken Symptomen auf diesen Inhaltsstoff. Darüber hinaus konnten bereits häufige allergische Reaktionen auf Wasserstoffperoxid, Aminophenol, Resorcin und Lyral nachgewiesen werden. Sämtliche dieser Stoffe sind in kosmetischen Haarfarbstoffen enthalten. Darüber hinaus enthalten sämtliche Blondiermittel den Inhaltsstoff Persulfat, der ebenfalls zu schweren allergischen Reaktionen führen kann. Die allergische Reaktion auf Haarfarbstoffe zeigt sich bereits direkt nach der ersten Anwendung. Da sich die Allergie gegen Haarfarbstoffe jedoch ebenfalls erst nach einigen Jahren der Anwendung entwickeln kann, ist auch eine verspätete Reaktion nicht auszuschließen. Haarfarbstoffe lösen in der Regel die allergischen Symptome einer Kontaktallergie hervor. Neben starkem Juckreiz und Ekzemen im Gesicht umfassen diese Schwellungen und Blutergüsse. Der Schweregrad der Symptome ist hierbei von der Stärke der Allergie abhängig. Während einige Menschen lediglich über kleinere, juckende Bläschen um den Haaransatz und auf der Kopfhaut klagen, erlitten bereits zahlreiche Personen noch während der Haarfärbung einen anaphylaktischen Schock. Darunter versteht man eine starke Reaktion des Immunsystems, die sich mit Kopfschmerzen ankündigt und bis zur Ohnmacht führen kann.