Die Duftstoffallergie zählt zu den häufigsten Allergieformen. Sie macht sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar.

Duftstoffe sind ein fester Bestandteil des menschlichen Alltags. Sie finden sich vor allem in Produkten wie Parfüms, Waschmitteln, Weichspülern, Kosmetika und Reinigungsmitteln. Duftstoffe umfassen sowohl natürliche Öle und Essenzen als auch synthetische Substanzen, die in einem Chemielabor entstehen. Zum Schaffen einer angenehmen Atmosphäre werden die duftenden Stoffe außerdem in Innenräumen eingesetzt. Insgesamt gibt es etwa 3000 unterschiedliche Duftstoffe. Bei manchen Menschen lösen die Substanzen allerdings gesundheitliche Probleme aus.

 

Parfuem

Was ist eine Duftstoffallergie?

Von einer Duftstoffallergie ist die Rede, wenn eine Person allergisch auf Duftstoffe reagiert, die in Körperpflegeprodukten, Parfüms oder Waschmitteln vorkommen. Bemerkbar macht sich die Allergie durch Beschwerden wie Quaddelbildung auf der Haut, Juckreiz und Rötungen.
Nach Nickel sind Duftstoffe die häufigsten Allergieauslöser. Allein in Deutschland leiden 15 bis 20 Prozent aller Bundesbürger unter einer Allergie gegen Duftstoffe. Genauer gesagt, handelt es sich um eine Kontaktallergie in Form eines allergischen Kontaktekzems. Diese Kontaktallergie von Typ IV weist Ähnlichkeit mit einer Allergie gegen Nickel auf, ein Metall, das sich in Schmuckstücken befindet. Gerät der Allergiker in Kontakt mit dem auslösenden Allergen, hat dies eine allergische Reaktion zur Folge.

Ursachen

Verantwortlich für eine Duftstoffallergie sind zumeist Produkte, die von der Industrie produziert werden. Die Gewinnung der Substanzen erfolgt nicht aus Pflanzen, sondern aus Chemikalien, die nicht immer ungefährlich sind. Allein in Parfüms befinden sich rund 4000 unterschiedliche chemische Stoffe. Ungefähr 95 Prozent der Chemikalien entstehen aus petrochemischen Rohstoffen. So enthalten Parfüms u. a.:

  • Ethanol
  • Toluol
  • Benzol
  • Formaldehyd
  • Methylchlorid
  • Moschusderivate
  • Acetol

Diese Substanzen können Sensibilitäten gegen Chemikalien auslösen und sogar Krebs hervorrufen. Aber auch natürliche Duftstoffe sind mitunter für eine Allergie verantwortlich. Allerdings ist das Risiko von Duftstoff zu Duftstoff überaus unterschiedlich. Zu den häufigsten Verursachern zählen Isoeugenol, das in Gewürznelken, Nelkenöl und Zimtöl vorhanden ist, Baum- und Eichenmoos, das in Rasierwasser vorkommt, Zinnaldehyd sowie Cinnamylalkohol in Hyazinthenduftölen, Weintrauben und Lavendel sowie Farnesol, das sich in Pflegeprodukten gegen Akne, Fußspray, Deospray und Waschemulsionen befindet.
Nach dem ersten Kontakt mit dem auslösenden Allergen erfolgt eine Sensibilisierung. Das bedeutet, dass der eigentlich harmlose Stoff vom menschlichen Körper fälschlicherweise als Gefahr eingestuft und bekämpft wird.

Welche Symptome ruft eine Duftstoffallergie hervor?

Allergien von Typ IV gelten auch als Spättyp. So zeigen sich die Beschwerden, die im Rahmen der Duftstoffallergie auftreten, mit einer gewissen Zeitverzögerung von einigen Stunden oder sogar Tagen, nachdem der Kontakt mit dem Allergen erfolgte. Dieser Kontakt kann über die Haut stattfinden, wenn zum Beispiel ein Parfüm aufgetragen wird. An der entsprechenden Hautstelle zeigen sich dann Rötungen, eine Schwellung sowie unangenehmer Juckreiz. Oftmals dauert es jedoch zwei bis drei Tage nach dem Kontakt mit dem Allergen, bis die Beschwerden auftreten. Aufgrund der Zeitverzögerung kann der Arzt die Symptome dem auslösenden Stoff nur schwer zuordnen. Bei einem längeren Kontakt mit dem Allergen droht eine dauerhafte Hautentzündung.
Manche Patienten leiden zudem unter Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit wie Atemnot, Asthmaanfällen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden. In den meisten Fällen beschränken sich die Symptome jedoch auf die Hautregion, die mit dem Allergen in Kontakt geriet. Befindet sich das Allergen jedoch in Waschmitteln oder Weichspülern, sind auch großflächige Hautbeeinträchtigungen möglich.

Wie eine Duftstoffallergie diagnostiziert wird

Besteht Verdacht, dass eine Allergie gegen Duftstoffe vorliegt, ist ein Besuch bei einem Allergiespezialisten zu empfehlen. Bei seiner Untersuchung greift der Facharzt auf spezielle Duftstoffpakete zurück, die er auf die Haut des Patienten aufbringt. Dieses Verfahren wird als Epikutan-Test bezeichnet. Allerdings besteht bei Tests dieser Art ein hohes Maß an Ungenauigkeit, weil die Anzahl an Duftstoffen sehr groß ausfällt. Außerdem weisen zahlreiche Stoffe eine große Ähnlichkeit in ihrer chemischen Zusammensetzung auf. Darüber hinaus kann auch der Epikutantest selbst die Haut mechanisch reizen. Immerhin lassen sich durch das Testverfahren 70 bis 80 Prozent der Allergien diagnostizieren. Ihr genauer Auslöser wird jedoch nur bei rund 40 Prozent entdeckt.

Therapie

Zur Behandlung einer Duftstoffallergie erhält der Patient äußerlich wirkende Cremes und Salben, die Kortison enthalten. Auf diese Weise lassen sich Ausschläge und Juckreiz lindern. Eine Therapie, die gegen die Urheber der Duftstoffallergie vorgeht, gibt es allerdings nicht. So leiden die meisten Patienten ihr ganzes Leben lang unter dieser Allergieform. Die wichtigste Behandlungsmethode stellt daher das konsequente Meiden der auslösenden Allergene dar. Im Alltag ist dies jedoch gar nicht so einfach. Zwar müssen Kosmetika in Deutschland deklariert werden, doch handelt es sich dabei zumeist um Sammelbezeichnungen wie Aroma, Flagrance oder Parfüm. Dagegen brauchen die einzelnen Inhaltsstoffe der Produkte vom Hersteller nicht aufgeführt werden.

Was tun bei einer Duftstoffallergie?

Menschen, die unter einer Duftstoffallergie leiden und außerdem eine empfindliche Problemhaut haben, sollten besser auf Waschmittel, Reinigungsmittel und Kosmetika zurückgreifen, die frei von Duftstoffen sind. Außerdem wird empfohlen, Räucherstäbchen, Duftlampen, WC-Steine, Raumsprays sowie ähnliche Erzeugnisse komplett zu meiden. Duftstofffreie Produkte sind mit einem Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes versehen. Angeboten werden sie in Apotheken und Drogerien.
Mitunter kann der Patient auch selbstständig einen Allergietest durchführen. Dazu trägt er ein kosmetisches Produkt auf seine Haut am Handgelenk auf und wartet zwei Tage ab. Zeigen sich allergische Reaktionen an dieser Stelle, ist ein Besuch beim Hautarzt zu empfehlen, der eine genaue Untersuchung vornimmt. Tritt dagegen keine Reaktion auf, gilt der Stoff als unbedenklich.

Auch auf die Ernährung und Pflanzen achten

Bei einer Duftstoffallergie kann zudem die Ernährung eine gewisse Rolle spielen. So besteht bei den betroffenen Personen oft eine Überempfindlichkeit gegenüber Stoffen, die chemischen Substanzen ähneln. Dazu gehören u. a. Gewürze wie Vanille, Muskatnuss und Piment sowie Fruchtsäuren. Gleiches gilt für verschiedene Pflanzenanteile. Sie entstammen:

  • Hyazinthen
  • Gartennelken
  • Tannen
  • Veilchen
  • Kampfer