Es gibt eine Menge Dinge, auf die ein Mensch allergisch reagieren kann. Doch gerade rund um die Schimmelpilzallergie gibt es oft das eine oder andere Missverständnis. Denn Schimmelpilze könnenkeinesfalls nur in schlecht gelüfteten Räumen auftreten. Auch andere Gefahrenquellen können zu einer Schimmelpilzallergie führen. Darüber hinaus gestaltet sich auch die Diagnose mitunter sehr schwierig. Wie man eine Schimmelpilzallergie dennoch diagnostizieren kann, wie man sie bekämpfen kann und worauf Allergiker unbedingt achten sollten, wird im folgenden Text erklärt.

 

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Von InfrogmationEigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=395051

Was ist eine Schimmelpilzallergie?

Wenn Sie an einer Schimmelpilzallergie leiden, dann besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber Schimmelpilzen und deren Sporen. Nun ist es bei einer Schimmelpilzallergie allerdings nicht so, dass sie etwa in unzureichend gelüfteten Räumen besonders häufig auftritt. Schimmelpilzsporen können auch in der freien Natur vorkommen, sodass die Allergene – wie zum Beispiel bei der Gräserpollenallergie oder der Baumpollenallergie – auch draußen aufgenommen werden können. So stellt zum Beispielpilzbelastetes Getreide eine Gefahrenquelle dar. Das ist auch der Grund, warum Landwirte zu den Personen gehören, die besonders häufig von einer Schimmelpilzallergie betroffen sind. Auch Gärtner zählen aufgrund ihrer Arbeit mit abgestorbenen Pflanzen, Kompost oder pilzbelasteten Pflanzen zu diesem Personenkreis. Natürlich sind auch die bereits angesprochenen, schlecht gelüfteten Räume ein Tummelplatz für Schimmelpilze – vor allem dann, wenn Temperaturen ab 20 Grad Celsius herrschen und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist.

Welche Symptome werden von einer Schimmelpilzallergie hervorgerufen?

Die Symptome einer Schimmelpilzallergie ähneln oft denen, die man auch bei Pollenallergien finden kann. Wenn Sie beispielsweise häufig an Schnupfen, Fließschnupfen, Husten oder verstärktem Niesenleiden, kann dies auf eine Schimmelpilzallergie hindeuten. Sollte die Allergie stärker ausgeprägt sein, dann können auch Beschwerden wie etwa Nesselfieber (Urtikaria) oder sogar allergisches Asthmaauftreten. Symptome, die häufig bei der Diagnostik übersehen werden, sind Magen-Darm-Beschwerden. Da die Schimmelpilze nicht nur über die Luft, sondern auch über belastete Nahrungsmittel aufgenommen werden können, besteht die Gefahr auf Probleme im Magen-Darm-Trakt.

Mögliche Symptome einer Schimmelpilzallergie:

  • Schnupfen, Fließschnupfen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Husten
  • Niesreiz
  • Asthma

Wie kann man eine Schimmelpilzallergie bekämpfen?

Wie bei anderen Allergien auch, gibt es hier mehrere Ansatzpunkte, mit denen Sie arbeiten können. Man kann zum Beispiel die Symptome mit Medikamenten bekämpfen oder auch den Auslöser selbst eindämmen. Ebenso können gewisse Vorsichtsmaßnahmen helfen, die Schimmelpilzallergie abzuwenden.

Die Symptome mildern

Wenn es bereits zu einer allergischen Reaktion gekommen ist, dann sollten Sie mit speziellen Medikamenten arbeiten. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Sprays oder Tropfen, die an der Nase auftretende Symptome abschwächen können. Die Schleimhäute schwellen durch derartige Mittel ab und Juckreiz wird gemindert. Je nach Stärke der Beschwerden kann auch ein Antiallergikum geeignet sein, welches die Ausschüttung des Botenstoffs Histamin im Körper abschwächt. So werden die Symptome ebenfalls abgeschwächt und es kommt zu weniger starken Beschwerden. Da es auch zu Asthma oder Atemnot kommen kann, sollten Sie auch immer ein Notfallset in Reichweite haben, welches zum Beispiel einkortisonhaltiges Asthma-Spray beinhaltet. Das Kortison wirkt abschwellend und entzündungshemmend. Dennoch ist bei derlei Beschwerden immer ein Arzt aufzusuchen.

Immuntherapie

Mit einer Immuntherapie, auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, können Sie ihren Körper an das auslösende Allergen gewöhnen. So werden die Beschwerden Stück für Stück abgeschwächt, bis sie schließlich ganz verschwinden. Wie bei anderen Allergien auch, kann die Behandlung entweder mit Spritzen oder mit Tabletten oder Tropfen erfolgen. Der Arzt muss das Allergen allerdings genau identifizieren können. Genau darin liegt das Problem bei einer Schimmelpilzallergie. Denn häufig wissen die Betroffenen gar nicht, dass sie an einer solchen Allergie leiden. Die Diagnostik ist wiederum auch nicht einfach. Damit eine Chance besteht, das Allergen ausfindig zu machen, müssen zahlreiche Testsdurchgeführt werden. Ein Prick-Test gehört hierbei oft ebenso dazu wie Blutuntersuchungen. In vielen Fällen muss auch ein provokativer Test durchgeführt werden, in dem der Patient direkt mit den Sporen eines Schimmelpilzes in Kontakt gebracht und seine Reaktion beobachtet wird.

Vorsichtsmaßnahmen

Vor allem Gärtner oder Landwirte, die an einer Schimmelpilzallergie leiden, sollten die eine oder andere Vorsichtsmaßnahme treffen. So sollten sie zum Beispiel mit Atemschutz und Handschuhen ihrer Arbeit nachgehen, damit die Allergene weder mit der Luft aufgenommen werden, noch anderweitig in den Körper gelangen können. Natürlich spielt auch die Hygiene in den eigenen vier Wänden eine Rolle. Haushaltsmüll sollte nicht über einen längeren Zeitraum in der Wohnung verbleiben, damit sich erst gar keine Schimmelpilzsporen bilden können. Auch frisches Obst oder Gemüse sollten entweder zeitnah verzehrt oder im Kühlschrank aufbewahrt werden.

 

Schimmelpilzkultur
Wenn Sie in Ihrer Wohnung feuchte Wände oder Stockflecken hinter Schränken bemerken, dann sollte der Schimmel auf jeden Fall fachmännisch entfernt werden. Hier liegt auch ein Problem: Oft wissen die Mieter gar nicht, dass sie in einer mit Schimmelpilzen belasteten Wohnung leben. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sich der Pilz hinter Schränken und unter Tapeten bildet, sodass er nicht sofort bemerkt wird. Sollte die Wohnung nicht befallen sein, kann man sich mit regelmäßigem Lüften – vor allem Stoß- oder Querlüften – schützen.